Antigone17.12.2017
Teufelskreis21.01.2018
Unterwerfung20.05.2018
Nabucco15.07.2018

 
 
 
Beschreibungen

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas 22.10.2017
von Joël Pommerat, aus dem Französischen von Isabelle Rivoal
Theaterstücke über die Liebe gibt es wie Sand am Meer. Aber mit dem Titel Die Wiedervereinigung der beiden Koreas?
Et voilà! Und die Originalität dieses komischen und berührenden, melancholischen und zuweilen schwarzen Theaterstücks über die Liebe erschöpft sich nicht im Titel.
In sechzehn pointierten Szenen wirft der französische Dramatiker JoëI Pommerat überraschende Blicke auf das, chemisch gesehen, vielleicht zeitlose, psychologisch, immer im Wandel begriffene Sujet.

Auf dem Flur des Standesamts erfährt eine Braut in letzter Sekunde ungeheuerliche Neuigkeiten über ihren Bräutigam. Ein Priester und eine Prostituierte gehen eine ungewöhnliche Beziehung ein. Ein Paar bekommt unheimlichen Besuch aus der Vergangenheit. Ein Mann besucht seine an Alzheimer erkrankte Frau und sucht nach der Fortsetzung der Liebe.

In jeder der sechtzehn Geschichten spielt sich ein kleines, großes Drama ab. Dramen der Sehnsucht und der Enttäuschung, des Abschiednehmens und des Zusammenbleibens. Und immer wieder: das Drama des komplett Aneinander-Vorbei-Redens.
All diese unterschiedlichen Geschichten verbindet Joël Pommerat durch seinen literarischen Stil, in dem sich Lakonie und Humor, Wahrhaftigkeit und surreale Fantasierlust auf elegante Art die Waage halten, zu einem außerordentlichen Panorama der Liebe in der Gegenwart.

In Frankreich ist Joël Pommerat seit längerem einer der bedeutendsten zeitgenössischen Theaterautoren. Hierzulande ist er erst vor kurzem entdeckt worden. Die deutschsprachige Erstaufführung von Die Wiedervereinigung der beiden Koreas fand 2014 in Linz statt, in Deutschland wurde dieser existenzielle Liebesreigen zum ersten Mal 2015 vom Schauspiel Frankfurt aufgeführt.

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Die Faschingsfee 19.11.2017
Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán
Eine Autopanne verschlägt eine unbekannte Schöne in die Künstlerkneipe Der grüne Pinsel, die zur Faschingszeit gut gefüllt ist mit amüsierwütigen Bohèmiens, die die Nacht zum Tag machen. Unter ihnen der Künstler Viktor Ronai, der mit seinen Freunden den Sieg eines Wettbewerbs feiert. Viktors Herz entflammt sofort für die elegante Dame, die er kurzerhand zu seiner „Faschingsfee“ ernennt, und er beschützt sie vor den Avancen des aufdringlichen Mereditt. Doch ausgerechnet dieser entpuppt sich kurze Zeit später als Mäzen des Wettbewerbs und verweigert Viktor wutentbrannt das heiß ersehnte Preisgeld.
Als dann auch noch seine Faschingsfee in die Karnevalsnacht entschwindet, ist der eben noch im siebten Himmel schwebende Künstler doppelt enttäuscht: Das Geld ist futsch, die ersehnte Liebe ebenso. Die Feierlaune ist ihm kräftig vergangen. Im Folgenden aber ergeben sich jede Menge turbulente Überraschungen, die Viktors Ringen um sein Glück schlussendlich belohnen und die geheimnisvolle Faschingsfee selbstverständlich in seine Arme führen.
Emmerich Kálmáns Faschingsfee ist ein karnevalesker Operettenspaß, der zeitlich zwischen seinen beiden berühmten Hauptwerken Die Csárdásfürstin und Gräfin Mariza entstand. Nun kommt er endlich auch auf den Spielplan des Gemeinschaftstheaters – genau 100 Jahre nach seiner Entstehung. Am 21. September 1917 fand die Uraufführung der Faschingsfee am Johann-Strauß-Theater in Wien statt. Gemeinsam mit seinen beiden Textdichtern Alfred Maria Willner und Rudolf Österreicher griff Kálmán dafür ungeniert auf sein bereits in Budapest erfolgreich gelaufenes Stück Fräulein Susi zurück, und verwendete weite Teile davon: So steht die Musik der Faschingsfee mit Hits wie Lieber Himmelvater, sei nicht bös oder Liebling, du mein Liebling seinen berühmteren Werken in nichts nach und lässt Schmelz und Charme der Silbernen Operettenära in vollem Glanz erstrahlen.

Erstaufführung am Theater Mönchengladbach.

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Antigone 17.12.2017
Tragödie von Sophokles {497/496 – 406/405 v. Chr.}
Ödipus’ Söhne, Polyneikes und Eteokles, haben sich im Kampf um Theben gegenseitig getötet. Als neuer Herrscher verfügt Kreon, dass Polyneikes, der den Stadtstaat mit seinen Truppen unterwerfen wollte, nicht bestattet werden darf. Antigone, die Schwester der toten Brüder, ist entsetzt.
Weder die von Kreon angedrohte Todesstrafe noch Warnungen ihrer Schwester Ismene können Antigone beirren: Sie beruft sich auf das göttliche Gesetz, das die Ehrung des Toten verlangt und über jeglichem von Menschen erlassenen Gesetz zu stehen habe. Im Staub vor den Toren der Stadt vollzieht Antigone das Totenritual an der Leiche ihres Bruders – voll Überzeugung, das Richtige zu tun.

Kreon, der ebenfalls keinen Zweifel an seiner Entscheidung hat, bestraft seine Nichte Antigone unbarmherzig: Sie soll lebendig in ein Felsengrab eingeschlossen werden. Doch die Stimmung in Theben wendet sich zugunsten von Antigone, und der blinde Seher Teiresias warnt Kreon vor dem Zorn der Götter, der sich schon bald durch eine Kette von Selbstmorden offenbart.

Sophokles schrieb über 120 Bühnenwerke, von denen nur sieben Tragödien und ein Satyrspiel die Jahrtausende überlebt haben. Drei dieser Dramen – König Ödipus, Ödipus auf Kolonos und Antigone – beleuchten das Schicksal des Königshauses von Theben in mythischer Vorzeit. Die darin aufgeworfenen Fragen nach dem Kreislauf von Schuld und Sühne, nach Recht und Unrecht, nach Legitimation, menschlicher Fehlbarkeit und dem Ringen um Selbsterkenntnis sind auch nach über zweitausend Jahren noch aktuell und haben ihre Dringlichkeit nicht verloren.

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Teufelskreis 21.01.2018
Ballett von Robert North | Musik von David Byrne, Michael Jackson, Jean Sibelius, Christopher Benstead, Richard Wagner u. a.
In seinem Handlungsballett Teufelskreis erzählt Robert North mit teils ernstem, teils ironischem Blick von einer Familie und ihren einzelnen Mitgliedern: Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Großvater. Angelehnt an unsere heutige Zeit geht es ebenso um die Wechselbeziehungen zwischen den Herausforderungen und Verlockungen der Gegenwart spielen zudem eine zentrale Rolle: Der Teufel – traditionell die Personifizierung des Bösen – treibt wie eh und je sein verführerisches Spiel und verkörpert in Norths Choreografie die negativen Seiten unseres modernen Lebens im Zeitalter der digitalen Revolution: Manipulation durch Massenmedien und soziale Netzwerke, Dauerrausch und virtuelle Abhängigkeit sowie die Flucht aus der Realität sind dabei nur einige Facetten des modernen Belzebub …

Robert North hat für diesen Ballettabend eine Musikcollage aus unterschiedlichen Bausteinen von Barock über Klassik bis hin zu moderner Rockmusik zusammengestellt, die ihm ein breites Spektrum tänzerischer Ausdrucksmöglichkeiten mit großer stilistischer Vielfalt und Vitalität eröffnet.

Der Bühnenraum wurde nach einem Konzept von Manfred Gruber gestaltet.

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Der zerbrochene Krug 25.02.2018
Heinrich von Kleist (1777-1811)
Ein kostbarer Krug liegt in Scherben und eine Hochzeit ist gleich mit zu Bruch gegangen. Wirklich zerscherbt aber ist in dieser Parodie einer Tragödie Justitia, die Gerechtigkeit.
Es ist Gerichtstag im Provinzstädtchen Huisum in den „vereinten Staaten“ der Niederlande, und Frau Marthe Rull tritt als Klägerin auf. Sie beschuldigt den Verlobten ihrer Tochter Eve, Ruprecht Tümpel, das wertvolle Familienerbstück zerbrochen zu haben, als er in der gestrigen Nacht zu Eve aufs Zimmer schlich. Ruprecht bestreitet das, fordert seinen Verlobungsring zurück und klagt selber an. Eve habe ihn betrogen, den Krug habe ein Nebenbuhler zerbrochen, den er mit eigenen Augen gestern in Eves Garten gesehen. Und Eve selbst? Sie könnte alles aufklären – und kann es eben nicht, nicht, ohne noch größeren Schaden anzurichten. Denn weder Klage noch der Beklagte sind hier eigentlich das Problem – den wirklich problematischen Casus stellt das Gericht selbst dar.

In der Figur des Richters Adam wird Der zerbrochne Krug zur ‚Parodie einer Tragödie’. Kleist selbst weist hin auf die Verbindung seiner Komödie zu der Tragödie schlechthin, zu Sophokles’ König Ödipus. Hier wie dort ist der Richter zugleich der schuldig Angeklagte. Aber wo Ödipus (als König zugleich Richter, die moderne Gewaltenteilung gab es noch nicht) alles daran setzt, den wahren Schuldigen zu finden und die längste Zeit über nicht weiß, dass er selbst der Schuldige ist, da tut Richter Adam alles in seiner Macht stehende, um den wahren Schuldigen verborgen zu halten, sich selbst nämlich. „Mit dem verfluchten Ziegenbock am Ofen focht ich“, versucht er, dem Schreiber Licht die beiden verräterisch neuen Wunden auf seinem kahlen Schädel plausibel zu machen; ein früher Meister in Sachen ‚alternative facts‘ in den „vereinten Staaten“ … Kleist, unser Zeitgenosse.

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Lohengrin (Beginn 17:00 Uhr) 25.03.2018
Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
„Graf Telramund beschuldigt Elsa von Brabant, ihren Bruder Gottfried ermordet zu haben, um nach dem Tod des Vaters selbst Herrscherin des Landes zu werden. König Heinrich I. ordnet ein Gottesgericht an: Ein Zweikampf zwischen Telramund – der ebenfalls die Krone Brabants für sich beansprucht – und einem Vertreter Elsas soll über deren Schuld oder Unschuld entscheiden.

Da erscheint ein geheimnisvoller Schwanenritter, der sich dem Kampf stellen und dafür Elsa zur Ehefrau bekommen will. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, vor allem, als der unbekannte Ritter Graf Telramund besiegt und ihre Hochzeit Elsas Glück vollkommen macht … Wäre da nicht das berühmt gewordene Verbot des Ritters, ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen: „Nie sollst du mich befragen.“ In der Hochzeitsnacht bricht Elsa, durch die Einflüsterungen von Telramunds Frau Ortrud misstrauisch geworden, ihr Versprechen und stellt die verbotene Frage. Der Ritter gibt sich als Lohengrin, Sohn des Gralshüters Parzival und ebenfalls Gralsritter, zu erkennen und ist auf immer für Elsa verloren.

Der märchenhafte Stoff vom Schwanenritter und der Jungfrau von Brabant, den Wagner – aus verschiedenen Quellen gespeist – zu einem dreiaktigen Textbuch verarbeitet hat, ist gleichnishaft auch heute noch hochaktuell. Die berühmte Geschichte schildert den Kampf um Macht, archaische und domestizierte Formen von Spiritualität, zwischenmenschliches Vertrauen, die Gier nach Gewissheit und Transparenz und die Sehnsucht nach Erlösung.

Wagners letzte Oper im herkömmlich romantischen Stil, bevor er sich der Konzeption und Umsetzung seines Musikdramas widmete, das im Ring des Nibelungen münden sollte, wurde 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt uraufgeführt. Richard Wagner selbst, der sich wegen seiner Teilnahme an der 1848er Revolution im Schweizer Exil aufhalten musste, konnte ihren Erfolg nur aus der Ferne beobachten und Lohengrin erst elf Jahre später erstmals erleben.

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Für immer schön 22.04.2018
Noah Haidle {*1978}, Deutsch von Barbara Christ
Jahr um Jahr zieht Cookie, eine geborene Vertreterin, mit ihrem Rollkoffer voller Kosmetika durch die Vorstadtstraßen, um den Frauen ewige Schönheit zu verkaufen. Mögen die Füße auch noch so wehtun, Cookie geht Klinkenputzen, und vor jeder Haustür aufs Neue setzt sie ihr schönstes Lächeln auf.
Ein schlechter Tag mit schlechten Verkäufen? Morgen winkt ein neuer! „Aufgeben liegt dir nicht. Du kennst nicht mal das Wort, Küken“, wie ihre Mutter sagte. In einer surrealen Endlosschleife dreht Cookie ihre Runden durch Suburbia, immer unterwegs, immer optimistisch: „Jeden Morgen wache ich auf und frage das Universum: ‚Welches wundersame Abenteuer hältst du heute für mich bereit? ‘“

„Das Leben einer Handlungsreisenden“ könnte Haidles Stück auch heißen, Arthur Millers Klassiker von 1949 schimmert durch die Seiten. Und als erstes stellt man fest, dass es ein gutes halbes Jahrhundert später härter zugeht – in der Welt, auf dem Theater – wortkarger, grotesker.
Zugleich entzieht sich die Heldin Cookie aber jedem Vergleich, so eigenartig wie sie ist, ausgestattet mit einem rosaroten Optimismus, der leicht zu verspotten wäre, wären da nicht diese Leidenschaft, diese Energie und eine beinah tragisch zu nennende Würde.

Noah Haidle wurde 1978 im gleichen Grand Rapids, Michigan, geboren, in dem er auch sein Stück Everything Beautiful – Für immer schön ansiedelt. Seine Stücke werden USA-weit inszeniert, im deutschsprachigen Raum wurde Haidle 2009 mit seinem Stück Mr. Marmalade bekannt. Haidles erstes Drehbuch wurde mit Al Pacino und Christopher Walken verfilmt (Stand Up Guys, USA 2012). Er lebt mit seiner Frau und ihren neun Fischen in Detroit.

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Unterwerfung 20.05.2018
nach dem Roman von Michel Houellebecq
Aus dem Französischen von Norma Cassau und Bernd Wilczek
Bühnenfassung von Thomas Blockhaus

Frankreich im Jahr 2022. François, Mitte 40, hat als Professor für Literaturwissenschaften an einer Pariser Universität seinen intellektuellen Zenit überschritten. Frustriert gibt er sich seinen Süchten hin und vereinsamt immer mehr. Als ihn auch die junge Studentin Myriam verlässt, rücken die aktuellen politischen Entwicklungen in Frankreich immer mehr in sein Blickfeld.

Bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl droht ein Sieg des rechten Front National. Um Marine Le Pen als Präsidentin Frankreichs zu verhindern, gehen die Sozialistische und die Konservative Partei ein Bündnis mit der vor kurzem gegründeten demokratischen Muslimbruderschaft ein und installieren deren gemäßigten Vorsitzenden Mohammed Ben Abbes als Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten.
Als es in Paris zu tumultartigen Ausschreitungen kommt und ein Bürgerkrieg droht, verlässt François die Hauptstadt, um aus der sicheren Entfernung der Provinz die weiteren Ereignisse zu beobachten. Tatsächlich gewinnt Ben Abbes die Wahl zum Staatspräsidenten und ändert sofort die laizistische Verfassung Frankreichs. Er führt Theokratie, Scharia, Patriarchat und Polygamie ein, was zu einem deutlich veränderten öffentlichen und politischen Leben führt: Während die Zahlen der Arbeitslosen und die der Verbrechen schnell sinken, wird das gesamte Bildungssystem nach muslimischen Kriterien umgebaut. An erster Stelle der gesellschaftlichen Werteskala steht jetzt die Familie, um die sich vor allem die Frauen zu kümmern haben.

Wieder zurück in Paris erfährt François von seiner sofortigen Beurlaubung bei vollen Bezügen von seiner Lehrtätigkeit. Zu seinem Erstaunen beruhigt sich das Land in den folgenden Wochen. Als er vom charismatischen und zum Islam konvertierten Rektor der Universität umworben wird, um wieder in den Universitätsbetrieb einzusteigen, ist François immer mehr geneigt, sich diesem neuen, von einem gemäßigten Islam geprägten Gesellschaftssystem, zu unterwerfen.

Michel Houellebecq, umstrittener und gefeierter französischer Autor, zielt mit seinem provokant zugespitzten Roman Unterwerfung auf die offenbare Schwäche der unsere westlichen Gesellschaften gestaltenden politischen und intellektuellen Kräfte. Stellvertretend für diese gibt François fast widerstandslos seine gewachsenen christlich-kulturellen Werte auf und unterwirft sich freiwillig einer neuen konservativen Werteordnung, die ihm vor allem ein angenehmes privilegiertes Leben verspricht.

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Cavalleria Rusticana / Gianni Schicchi 10.06.2018
Zwei Operneinakter von P. Mascagni und G. Puccini – italienisch mit deutschen Übertiteln
Unter den argwöhnischen Augen der Bewohner eines kleinen italienischen Dorfes spielen sich eine Tragödie und eine Komödie ab:

Cavalleria rusticana: Als Turiddu vom Militärdienst heimkehrt, muss er feststellen, dass seine Verlobte Lola in der Zwischenzeit einen anderen Mann geheiratet hat. Er tröstet sich in den Armen von Santuzza, die ihn aufrichtig liebt. Als Lola jedoch wieder Interesse an ihm zeigt, hintergeht er Santuzza und wird Lolas Geliebter. Als deren Ehemann Alfio von der Liebschaft seiner Frau erfährt, fordert Turiddu zum Duell und tötet ihn.

Gianni Schicchi: Am Totenbett beklagen seine Verwandten heuchlerisch das Hinscheiden von Buoso Donati. Doch ihre schlimmste Befürchtung, er könnte sein gesamtes Vermögen den „Klosterbrüdern“ vermacht haben, bewahrheitet sich. Einer der Erben, der junge Rinuccio, möchte die schöne Lauretta heiraten. Ihr Vater Gianni Schicchi gilt als gewiefter Schelm und wird schleunigst herbeigeholt und um Rat gefragt. Prompt heckt er einen spektakulären Plan aus: Um das Testament zu Gunsten der Hinterbliebenen zu fälschen, wird Buoso Donati kurzerhand wieder zum Leben erweckt und Schicchi spielt die Rolle seines Lebens …

Eifersucht und Geldgier gepaart mit Leidenschaft und Spielwitz sind die Katalysatoren der beiden Operneinakter von Pietro Mascagni und Giacomo Puccini. Der Ausgang der jeweils heiklen Situation ist im ersten Fall hochdramatisch, im zweiten wird nach bester Tradition der commedia dell’arte eine zufriedenstellende Lösung für alle herbeigeführt. Was die thematisch gegensätzlichen Werke verbindet, ist jedoch die Unmittelbarkeit der italienischen Tonsprache, die veristische Schilderung des religiös-bodenständigen Dorflebens und die an Filmmusik erinnernde, vor Witz nur so sprühende Lautmalerei.

François De Carpentries, der das hiesige Publikum zuletzt mit seiner Inszenierung von Jules Massenets Oper Manon bezauberte, wird nun die Fäden in die Hand nehmen und die beiden Einakter zu einem szenisch-musikalischen Ganzen verweben.

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Nabucco 15.07.2018
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Vor 176 Jahren wurde Giuseppe Verdis Freiheitsoper Nabucco uraufgeführt. Der berühmte Chor Va pensiero… (Flieg, Gedanke…) wurde rasch zur inoffiziellen Hymne Italiens und bewegt die Menschen wie eh und je. Neben diesem musikalischen Höhepunkt enthält Verdis Frühwerk eine Fülle weiterer mitreißender Arien, Duette und Ensembles sowie eine packende Handlung:

Der babylonische König Nabucco ist von Macht besessen. Doch als er sich – nach seinem räuberischen Sieg über die Israeliten größenwahnsinnig geworden – selbst zum Gott krönen will, wird er vom Blitz getroffen und verfällt dem Wahnsinn. Seine ältere Tochter Abigaille wittert ihre Chance und besteigt unrechtmäßig den Thron, denn sie ist nur das Kind einer Sklavin. Ihrer jüngeren Schwester Fenena, die aus Liebe zu Ismaele zum Judentum konvertiert ist, steht die Herrschaft zu. Damit wird sie gleichsam doppelt zu Abigailles Erzfeindin, die einst auch um Ismaeles Zuneigung buhlte – jedoch vergeblich. Abigaille will Fenena und mit ihr das ganze hebräische Volk nun endgültig vernichten.

Von Abigaille in den Kerker geworfen, gelangt der verwirrte Nabucco schließlich wieder zu Verstand und erkennt seinen Frevel. Als er von der drohenden Hinrichtung Fenenas erfährt, wendet er sich verzweifelt flehend an den israelischen Gott Jehova, um die geliebte Tochter vor dem Tod noch bewahren zu können. Sein Bitten wird erhört und Nabucco kann sich aus seiner Gefangenschaft befreien. In letzter Sekunde gelingt es ihm, das Schicksal seiner Tochter und das des israelischen Volkes zum Guten zu wenden.

Nabucco ist ein hochdramatisches Wechselbad der Gefühle, in dem es letztlich um den Sieg von Liebe und Freiheit über Machtgier, Intrigen und Zerstörung geht. Giuseppe Verdis Musik akzentuiert in genialer Weise die dramatische, politische Handlung und übersetzt die emotionalen Höhen und Tiefen in unvergleichliche Klangmalereien.

Leitmotivisch zieht sich das Lied der Freiheit des Gefangenenchors durch die Komposition: „Flieg, Gedanke, auf goldenen Flügeln, flieg, Gedanke, Du darfst nicht verweilen!“ wurde vom italienischen Volk des 19. Jahrhunderts zur Hymne des Freiheitskampfes gekürt und zeugt auch im 21. Jahrhundert noch immer von hoher Aktualität.

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