Schulfestival – Pressestimmen

Das 14. Schultheaterfestival im Spiegel der Presse

Rheinische Post vom 27. 06. 2014 (Dirk Richerdt)
Probier´s mal mit Gemütlichkeit – trotz WM
Grundschulkinder eröffneten gestern das Schultheater-Festival. Auch Beigeordneter Fischer und Intendant Grosse kamen.
Zum 14. Mal sind seit gestern Mönchengladbacher Schulen und Kindertagesstätten sowie weitere Jugendeinrichtungen zu Gast im Stadttheater. Nicht als Zuschauer, sondern aktiv auf den Bühnen.
Als die vereinigten Schulchöre von fünf Grundschulen das Festival gestern am späten Nachmittag im Foyer mit Chormusik einsangen, hatten sie keinen Mangel an Zuschauern. Eine halbe Stunde später blickten die engagiert spielenden Akteure eines Gestaltungskurses der Jahrgangstufe der Gesamt-schule Neuwerk dann auf sehr dünn besetzte Reihen – „schuld“ war das unmittelbar bevorstehende WM-Spiel Deutschland : USA.
Davon ließen sich die jüngsten Teilnehmer des Festivals, das die Theatergemeinde Mönchengladbach zum 14. Mal in Kooperation mit dem Theater Krefeld/Mönchengladbach ausrichtet, nicht beirren. Sie schmetterten fröhlich Lieder von Rolf Zuckowski, Reinhard Horn und anderen Liedermachern, darunter auch das bärige Lied aus dem „Dschungelbuch“: „Probier´s mal mit Gemütlichkeit!“ Dass die Aufführungen reibungslos klappten – toll die Sicherheit im Rhythmischen – , lag auch daran, dass der Gemeinschaftschor gleich zwei Leiter hatte: Links dirigierte Lehrerin Petra Schindler (Grundschule Am Ringerberg), rechts schlug Harald Winkels (Grundschule Heyden) den Takt. Und der erfahren Kirchenchenmusiker Heinz-Josef Fröschen sang die schwierigen Strophenpartien und begleitete abwechslungsreich und souverän am Klavier.
Die Kinder steckten mit ihrer guten Laune die umstehenden Besucher, darunter naturgemäß zahl-reiche Familienangehörige, mächtig an. Und so fanden es die meisten schade, dass nach einer halben Stunde mit „Tschüss, mach´s gut, es war schön, dich zu sehen“ bereits das Finale kam. Der zehnjährige Leonard Jüngermann wagte sich als Sopran-Solist an ein Kunstlied, Schuberts „Seligkeit“, und verzichtete dabei auf das Mikrofon.
Kultur- und Schuldezernent Dr. Gert Fischer zitierte im Saal, vor der Aufführung „Funny & Ernst“ der Hans-Jonas-Gesamtschule, den Autor der „Feuerzangenbowle“, Heinrich Spoerl: „Was lernt uns das?“ Die Antwort gab Fischer postwendend selbst: „Dass es noch andere Dinge gibt als Fußball. Und Spaß ist, wenn man vorher die Dinge so gut übt, dass man sie gemeinsam hinbekommt.“ Generalintendant Michael Grosse verriet: „Ich bin einst selbst über das Schultheater zum Fach gekommen.“ – Das Schultheater-Festival läuft noch bis Sonntag.

Rheinische Post vom 01.07.2014 (Katrin Fuhrmann)
Tauschgeschäfte in einem Café
Blockflötenmusik und Sketch-Parade beim Schultheater-Festival in Rheydt
Beim Schultheater-Festival wurden überwiegend selbst geschriebene Theaterstücke aufgeführt. Doch es gab auch Raum für musikalische Aufführungen und die theatrale Sonderform des Sketches. Im Foyer des Theaters musizierten am Wochenende Schüler von diversen Flöten-AGs. Ob Hänschen-Klein oder Pippi Langstrumpf, ob in der Gruppe oder alleine – die Kinder spielten auf ihren Blockflöten mit merklicher Freude. Dass man sich bei dem einen oder anderen Stück auch mal verspielen kann, ist natürlich ganz normal. Das lösten die Kinder aber schon wie die großen Künstler. Entweder wurde einfach weitergespielt oder das Lied wurde unterbrochen und dann neu angesetzt.
Während die Kinder noch fleißig musizierten, wurde auf der Hauptbühne alles für die Aufführung der Theatergruppe des Jugendheims St. Franziskus vorbereitet. Die Schüler zeigten ein Potpourri aus Sketchen. Die Kulisse war einfach und mit wenigen Mitteln hergerichtet. Zwei Tische und zwei Stühle sollten ein kleines Café symbolisieren. Daneben eine Holzwand, auf der Bäume zu sehen waren, das stellte den Außenbereich des Cafés dar. Mehr brauchte es nicht, um die Szenen der fünf Mädchen wirken zu lassen.
Die Sketche, allesamt Situationen aus dem alltäglichen Leben, entstanden im Vorfeld in der ganzen Theatergruppe. So gab es einen Sketch, bei dem sich zeigte, dass es in einem Café zu sinnvollen Tauschgeschäften kommen kann.: Zwei Mädchen diskutierten darüber, wie sie am besten an die Handynummer von Ben rankommen. Alle Versuche, die Nummer ausfindig zu machen, waren bisher gescheitert. Die Schwester von Ben, die zufällig am Nebentisch sitzt, telefoniert wiederum mit ihrer Freundin und schildert das gleiche Problem. Sie hat immer noch nicht Philipps Nummer herausbekommen. Die beiden Mädchen beschließen, Bens Schwester einen Tausch vorzuschlagen. Die Num-mer von Ben gegen die Nummer von Philipp. Denn zufälligerweise kennt eines der beiden Mädchen Philipps Nummer. Der Sketch lebte ein Stück weit von Ironie.
Die vielen anderen Sketche hatten alle eins gemeinsam: Wie eine Situation enden kann, hängt immer davon ab, auf welche Menschen man trifft und wie diese Begegnung verläuft. Die Mühe der Kinder wurde aber nur bescheiden belohnt, denn sehr viele Plätze im Zuschauerraum waren unbesetzt ge-blieben.

Rheinische Post vom 01.07.2014 ( Jens Krohm)
16 Tore gegen die Weltmeisterschaft
Rund 2.300 Zuschauer erlebten beim Schultheater-Festival 18 Aufführungen.
Noch vor wenigen Wochen wurde bei einer Düsseldorfer Fachtagung über das Schultheater als wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung diskutiert. Denn gerade die praktische künstlerische Erfahrung dient den Schülerinnen und Schülern – egal welches Alter sie haben oder welcher Schulform sie an-gehören – der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung. So fördere Schultheater gleichermaßen in besonderer Weise rationale wie emotionale, intellektuelle wie kreative, individuelle wie soziale Fähigkeiten bei den Kindern und Jugendlichen.
Inwieweit die Theorie auch in der Praxis, sprich: auf der Mönchengladbacher Theaterbühne, funktioniert, darüber konnten sich die Besucher des 14. Mönchengladbacher Schultheater-Festivals einen Eindruck verschaffen. Über 13 Stunden lang, führten 16 Theatergruppen von Schulen, Kindertagesstätten sowie Jugendeinrichtungen auf der großen Bühne und der Studio-Bühne des Theaters in Rheydt ihre überwiegend selbst verfassten Produktionen auf. Das breite Repertoire reichte von Tanzperformance über Flötenmusik bis hin zu einem Schauspiel über Mobbing. Zum Abschluss des Festivals, das nach Angaben von Dietmar Micha, dem Vorsitzenden der federführenden Theater-Gemeinde, rund 2300 Besucher erlebten, traten „als Highlight“ wie schon beim letzten Mal Jungen und Mädchen der Förderschule Hardt auf. Die 15 Schülerinnen und Schüler präsentierten mit „emotion in motion“ eine über weite Strecken stumme Performance und begaben sich 40 Minuten lang auf eine interessante Spurensuche zu den unterschiedlichen Gesichtern, die in ihnen stecken. Ob als rätsel-haftes Spiegelbild, als geteilte, sich windende Persönlichkeit oder als bizarres Monsterknäuel – die Schülerinnen und Schüler beeindruckten mit einer intensiven, hochkonzentrierten Darstellung.
Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zollte den Akteuren für ihre Leistung großen Respekt. So sei hier einmal mehr bewiesen, „dass man ohne Worte sehr viel ausdrücken kann“. Im Beisein von Intendant Michael Grosse verteilte Reiners bei der Abschlussfeier die Urkunden an die teilnehmenden Festivalgruppen.
Dietmar Micha vom Veranstalter-Team ließ es sich dann nicht nehmen, angesichts der Fußball-WM allen Beteiligten lobende Worte auszusprechen. „Wir haben gewonnen- 16:0 gegen die FIFA, gegen die Weltmeisterschaft“, so Micha. Der Vorsitzende der Theater-Gemeinde dankte der „großartigen Mannschaft“ um die vielen Bühnen- und Tontechniker, die zum Gelingen des Schultheater-Festivals beitrugen.
„Wir sehen uns spätestens in zwei Jahren“, verabschiedete sich Micha vom Publikum und den Akteuren.

Comments are closed.