Die TheaterGemeinde Mönchengladbach wurde im Jahre 1922 – damals unter dem Namen Bühnenvolksbund M.Gladbach (BVB) gegründet. Das Anliegen des Vereins war es, in der damals gerade entstehenden Demokratie, breite Schichten der Bevölkerung an das Theater heranzuführen. Das Theater sollte nicht Reservat sein für eine verhältnismäßig kleine gesellschaftliche Gruppe, sondern für möglichst viele Mitbürger da sein und von Ihnen getragen werden.
Geschichtlich erscheint es bemerkenswert, dass der BVB schon vor der Gründung eines eigenen M.Gladbacher Theaters seine Arbeit aufnahm und die Theaterwünsche der Bevölkerung gegenüber der Stadt vertrat. Gefördert und gestützt wurde die Gründung des BVB durch den Volksverein für das katholische Deutschland, dessen Zentralstelle sich in Mönchengladbach befand und wieder befindet.

Nach Ende des 2. Weltkrieges begann auf Bitten der Stadt der Wiederaufbau der TheaterGemeinde. Bereits im Jahre 1949 konnten die ersten Gruppen das Theater des Zweckverbandes M.Gladbach/Rheydt durch Vermittlung der TheaterGemeinde besuchen.

Die formelle Neugründung der Theatergemeinde als eingetragener Verein ist in einer Niederschrift vom 23. März 1954 dokumentiert.

Das Ziel des Vereins wurde wie folgt definiert: „Zweck des Vereins ist die Förderung des Besuches kultureller Veranstaltungen, insbesondere von Theateraufführungen und Konzerten. Zur Erreichung dieses Zweckes wird der Verein sich bemühen, kulturell wertvolle Veranstaltungen in solcher Weise zu vermitteln, dass der Besuch allen Kreisen der Bevölkerung ermöglicht wird. Er wird durch schriftliche und mündliche Besprechungen das Verständnis für den geistigen Gehalt der Vorführungen und die Verbindung zwischen den Veranstaltern und den geistig interessierten Kreisen der Bürgerschaft zur gegenseitigen Anregung und Förderung lebendig erhalten.“

1966 trat die TheaterGemeinde Mönchengladbach dem Bund der Theatergemeinden bei. Dieser Dachorganisation gehören 34 Theatergemeinden an. 1975 wurde eine neue Satzung beschlossen. Nach langen Verhandlungen kam im Jahre 1978 ein Vertrag mit der Stadt Mönchengladbach zustande, der die Grundlagen der Zusammenarbeit regelt.

Ein besonderes Anliegen der TheaterGemeinde ist es, junge Besucher für das Theater zu gewinnen. Um diesem Ziel näher zu kommen, rief sie das Mönchengladbacher Schultheaterfestival ins Leben. Es fand zum ersten Mal im Jahre 1984 statt. Es wurde und wird gemeinsam von der TheaterGemeinde und den Vereinigten Städtischen Bühnen organisiert. Dieses Festival stieß bei den Schulen aber auch beim Publikum und bei der örtlichen Presse auf eine überwältigende Resonanz. Die positive Bilanz hat sich auch in den zehn weiteren Festivals fortgesetzt.

Zweifellos ist die TheaterGemeinde auch heute noch eine Besucherorganisation, die, wie im Vereinszweck beschrieben, den Theaterbesuch fördert. Dies geschieht in erster Linie durch Anwerbung von Abonnenten. Sie versteht sich aber nicht nur als Vermittler preiswerter Theaterkarten. Sie möchte Interessenvertreter für ihre Abonnenten, für das Theater und die dort tätigen Menschen und Partner für die Stadt sein. Sie hat diesen Anspruch durch die bereits beschriebenen Aktivitäten bewiesen. In den schon traditionellen Gesprächen mit dem Intendanten und Dramaturgen setzt sie sich kritisch mit den Aufführungen des Theaters auseinander und gibt Anregungen zum Spielplan. Alle Theaterleiter hielten und halten diesen Dialog mit dem „größten Kunden“ für wertvoll, weil er eine der wenigen Möglichkeiten der direkten „Rückmeldung“ ergibt.

Gerade in den letzten Jahren hat sich TheaterGemeinde verstärkt öffentlich in Diskussionen um wichtige theaterpolitische Themen eingeschaltet. So gab es Stellungnahmen und Forderungen zum Umbau des Theaters Hindenburgstraße (Ausbau der Probebühne u.a. als Spielstätte für das Schultheaterfestival, Behindertenaufzug), zum Erhalt und zur Neugestaltung des Theatervertrages mit der Stadt Krefeld und zur besonders bedauerlichen Aufgabe des Schauspielhauses.

Wenn Sie weitere Auskünfte wünschen oder Interesse an der ehrenamtlichen Mitwirkung in der TheaterGemeinde haben, dann wenden Sie sich bitte an uns.

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